Interview mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle mit der dena
Im Interview mit dem Newsletter der Deutschen Energie-Agentur GmbH, dena aktuell Nr. 2, 2010, erklärt Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle die Ziele des E-Energy-Projektes und die Rolle der Politik bei der Entwicklung zukunftsfähiger Energiesysteme.
Mit Ihrem Forschungsprojekt E-Energy untersuchen Sie das "Energiesystem der Zukunft". Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Projekt?
E-Energy bildet sämtliche Wertschöpfungsbereiche der Elektrizitätsversorgung in der Online-Welt ab und steuert sie elektronisch. E-Energy sorgt dafür, dass der Strom wetterunabhängig und dezentral produziert und - wie bisher - immer und überall sicher bereitgestellt werden kann. Mit diesem Projekt wollen wir dazu beitragen, die Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit der Elektrizitätswirtschaft zu optimieren und zukunftsfähige Märkte mit großen Wachstums- und Beschäftigungspotenzialen zu erschließen. Energieeffizienz und -einsparung werden deutlich erhöht. Neue Technologien, Infrastrukturen und Dienstleistungen an der Schnittstelle zwischen IKT- und Energiewirtschaft entstehen. Wir unterstützen die schnelle Verbreitung des neuen Wissens zusammen mit der Wirtschaft.
Wie wird sich der Markt für "intelligente Netze" entwickeln und wie sind deutsche Unternehmen hier aufgestellt?
Je größer der Anteil von volatilen erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung ist, desto wichtiger werden "intelligente Netze". Denn anders als bei konventionellen Kraftwerken kann sich die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien nicht ohne weiteres dem Verbrauch anpassen. Der Wind weht, wenn er weht, und nicht, wenn der Verbraucher Strom benötigt. Umso wichtiger ist es, dass wir Verbrauch und Erzeugung effizient und intelligent miteinander verknüpfen. Nur durch "intelligente Netze" in Verbindung mit neuen Speichersystemen ist diese Aufgabe zu erfüllen. Der Markt für diese neuen Netzstrukturen wird immer wichtiger werden. Deutsche Unternehmen haben hier eine gute Ausgangsposition. Denn länger als in den meisten anderen Staaten konnten sie bereits Erfahrungen mit einem großen Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung sammeln.
Welche Rolle spielt die Politik bei der Entwicklung zukunftsfähiger Energiesysteme?
Ich bin überzeugt, dass wir auf Innovationen und neue Technologien setzen müssen, um der Energiepolitik eine neue Richtung zu geben. Daher hat die Bundesregierung ihr Engagement in der Energieforschung verstärkt und stellt in 2010 knapp 600 Millionen Euro dafür zur Verfügung. Wir wollen und müssen aber mehr tun. Deshalb werden wir 2011 ein neues Energieforschungsprogramm vorlegen mit noch stärkeren Schwerpunkten auf wichtigen Zukunftstechnologien wie intelligenten Netzen, Speichern oder der Einführung der Elektromobilität.
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