Daten- und Nutzerschutz sind zentrale Voraussetzung für den Erfolg der intelligenten Stromnetze

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Daten- und Nutzerschutz sind zentrale Voraussetzung für den Erfolg der intelligenten Stromnetze

PRESSEMITTEILUNG

18.06.2010 / Berlin

Daten- und Nutzerschutz sind zentrale Voraussetzung für den Erfolg der intelligenten Stromnetze

E-Energy-Fachkonferenz im Bundeswirtschaftsministerium erörtert Fragen zum Daten- und Nutzerschutz im „Internet der Energie“


Welche Daten von Verbrauchern müssen in intelligenten Stromnetzen erhoben werden? Auf welche Daten können intelligente Netze gerade wegen ihrer Intelligenz verzichten? Wie können Sicherheit und Schutz der sensiblen Daten sowie Verfahrenstransparenz sichergestellt werden? Wo werden die Daten gespeichert und wie lange? Welche IT-Sicherheitsverfahren für das Smart Grid sind wünschenswert und praktikabel? Diese Fragen wurden gestern in Berlin auf der Konferenz ‚Nutzerschutz im Energieinformationsnetz – Daten- und Verbraucherschutz in Smart Grids’ im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) von Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erörtert.

„Nur wenn es gelingt, daten- und verbraucherschutzkonforme Lösungen für die Beziehungen zwischen Kunden und Energiedienstleistungsunternehmen zu entwickeln und umzusetzen, kann das ‚Internet der Energie’ schon bald Realität werden. Erst das Internet der Energie macht aus einem Stromnetz ein intelligentes Netz, ein so genanntes Smart Grid“, so Dr. Katharina Boesche von der Begleitforschung des Förderprojekts E-Energy. „Auf der Veranstaltung haben Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft intensiv über die zentralen Fragen des Verbraucher- und des Datenschutzes in intelligenten Stromnetzen und über konkrete Empfehlungen diskutiert. Die gemeinsam erarbeiteten Antworten und Leitlinien bringen uns einen wichtigen Schritt weiter auf dem Weg zum IKT-basierten Energiesystem der Zukunft.“

Vertreter vom Karlsruher Institut für Technologie (Konsortialpartner in der Modellregion MeRegio) haben unter Beachtung der Hinweise aus den anderen fünf E-Energy Modellregionen als Diskussionsgrundlage und Ausgangspunkt einen Entwurf von Empfehlungen zum Datenschutz in Smart Grids formuliert, der sich an Referenzszenarien der beitragenden Modellregionen orientiert. Die Teilnehmer der Konferenz haben verabredet, bis zum Jahresende 2010 einen beispielhaften Lösungsansatz zu formulieren, der Unternehmen, die Energiedienstleistungen anbieten, einen rechtskonformen Weg zur Realisierung ihrer Geschäftsprozesse aufzeigen kann. Die Prinzipien „Datensparsamkeit“ und „Datensicherheit“ werden bei der Architektur der zukünftigen IT-Infrastrukturen und der Konzeption der Geschäftsmodelle im Fokus der Entwickler stehen.

Smart Grids sind die Zukunft unserer Energieversorgung: Das ‚Internet der Energie’ stimmt Stromerzeugung, -verteilung, -speicherung und -verbrauch auf intelligente Art und Weise aufeinander ab und trägt so den zunehmend dezentralen und volatilen Erzeugungsstrukturen Rechnung, um ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit sicherzustellen. Möglich wird dies mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), über die Erzeugungsanlagen – zunehmend auch solche erneuerbarer Energien – mit den Einrichtungen der Stromnetze und den Millionen Stromverbrauchern in Kommunikation treten.

Die Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar und seine Länderkollegen Dr. Alexander Dix aus Berlin und Dagmar Hartge aus Brandenburg sowie Experten von Verbraucherschutz- und IT-Verbänden diskutierten mit Vertretern der IT- und der Energiewirtschaft, um gemeinsame Standards zum Datenschutz in Smart Grids zu entwickeln. Ausgerichtet wurde die Konferenz vom BMWi in Zusammenarbeit mit der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung (die Veranstaltung war Teil des Projektes NEWISE). Weitere Partner waren der Deutsche Städte- und Gemeindebund, die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) und die Begleitforschung der BMWi-Förderprojekte „E-Energy“ und „IKT für Elektromobilität“.

Das Förderprogramm „E-Energy – Smart Grids made in Germany“ ist zentraler Bestandteil der Hightech-Strategie und des Programms „Informationsgesellschaft Deutschland 2010“ der Bundesregierung und wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum nationalen Leuchtturmprojekt erklärt. Die sechs Modellregionen werden in einer ressortübergreifenden Partnerschaft mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit insgesamt 60 Mio. € gefördert. Darüber hinaus steuert die Wirtschaft innerhalb der Modellprojekte weitere 80 Mio. € für die Erforschung und Erprobung neuer IKT-gestützter Energiesysteme bei.

 


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